pinObere Husemannstraße 3 - 59423 Unna
phone-iconTelefon (02303) 929 55 90

Schutzkappe

Hoch, runter, vor, zurück, Drehen: Das Schultergelenk ist agil wie ein modernes Kirmes-Fahrgeschäft. Das erreicht der menschliche Körper durch einen komplexen Gelenk-Apparat aus Knochen, Bändern, Sehnen und Muskeln. In der Schulter liegt zwar auch eine Kugel in einer Pfanne, diese sind aber bei weitem nicht so stabil miteinander verbunden wie zum Beispiel die Hüfte. Die Rotatorenmanschette gehört zu den wichtigsten Elementen, die das Schultergelenk stabilisieren – und dafür sorgen, dass Kugel und Pfanne beieinander bleiben.

Flexibel und doch stabil

Die Rotatorenmanschette besteht aus den Sehnen von vier Muskeln, die wie eine Schutzkappe vom Schulterblatt aus den Oberarmknochen umgeben. Tatsächlich sind es vorrangig diese vier Muskeln, die der Schulter die hohe Bewegungsfreiheit bei gleichzeitiger Stabilität garantieren. Diese Beweglichkeit geht sehr weit – die Rotatorenmanschette kann sogar eine ausgerenkte Schulter schadlos überstehen. Wird die Schulter fachgerecht eingerenkt, sind die Chancen der Heilung gut. 

Gefährlich für die Schulter ist zum Beispiel ein Sturz nach hinten oder zur Seite. Der Körper versucht instinktiv, den Sturz mit dem Arm abzufangen – ist der Arm dabei nach hinten gestreckt, ist die Gefahr einer ausgerenkten Schulter sehr hoch. Diese Verletzung ist in der Regel extrem schmerzhaft und die Schulter lässt sich danach kaum noch bewegen. Gleichzeitig droht der Rotatorenmanschette eine andere Gefahr: Verschleiß. Degeneration, bedingt durch Alter oder hohe Belastungen, kann Risse verursachen, die lange unbemerkt bleiben. Manchmal treten Schmerzen nur nachts auf, und die Schulter bleibt kraftlos und unbeweglich.

Blick ins Gelenk

Ist ein Teil der Manschette erstmal gerissen („Ruptur“), schafft es der Körper oft nicht von alleine, die Verletzung oder den Verschleiß alleine in den Griff zu bekommen. Eine Prüfung per Ultraschall, Röntgen oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) verschafft dem Arzt Klarheit über das Ausmaß der Verletzung oder des Verschleißes. Unter Umständen wird eine Arthroskopie nötig, also der Blick ins Gelenk per Endoskop.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine gerissene Rotatorenmanschette zu behandeln. Dabei steht ein operativer Eingriff nicht immer im Zentrum. Medikamente, wie Antirheumatika oder Cortison, können Entzündungen beruhigen und Selbstheilungskräfte mobilisieren. Frische Verletzungen müssen einige Wochen lang ruhiggestellt werden. Danach kann Bewegungstherapie helfen, ebenso Krankengymnastik oder individuell angepasste Übungen, mit oder ohne Gewichten, um Muskeln aufzubauen. Ein typischer operativer Eingriff ist die Naht der gerissenen Muskelbereiche.

Betroffene sollten so früh wie möglich zum Arzt gehen. Die Ruptur heilt in den seltensten Fällen von selbst. Im Gegenteil, mit der Zeit verschleißt das Gelenk stärker und stärker, was einen immer höheren Behandlungsaufwand nötig macht – ähnlich wie ein kariöser Zahn, bei dem das Loch immer größer wird. In ernsten Fällen kommt eine Prothese infrage.

Wussten Sie, dass…?

  • …die vier Muskeln der Rotatorenmanschette Obergrätenmuskel, Untergrätenmuskel, kleiner runder Armmuskel und Unterschulterblattmuskel heißen?
  • … eine Operation an der Rotatorenmanschette selten eine große Narbe hinterlässt, weil es oft reicht, minimalinvasiv zu arbeiten?
  • … je stärker die Muskeln sind, desto widerstandsfähiger die Rotatorenmanschette wird?

Terminvereinbarung

© 2014 Dr. med. Dirk Trebing. Alle Urheberrechte vorbehalten. | Impressum